Die Sixpack Regel oder warum kleinere Teams effizienter arbeiten

6 BierAmazon’s HR Chef Jeff Bezos folgt bei der Zusammenstellung seiner Teams einer einfachen Regel: Ein Team soll nie grösser sein, als dass zwei Pizzen seinen Hunger nicht stillen könnten (Beitrag im Business Insider). Wir bei business campaigning haben Angst vor Käse auf unseren Laptops, deshalb haben wir die Sixpack Regel erfunden: Ein Team soll nie grösser sein, als dass ein Sixpack Bier (Halbliterdosen natürlich) seinen Durst nicht stillen kann.

Sinn und Zweck der Sixpack Regel ist aber nicht die Geselligkeit, sondern Effizienz. Denn wie auch Jeff Bezos haben wir erkannt, dass mehr Leute in einem Team nicht linear mehr Produktivität und gute Ideen bringen, sondern, dass eher das Gegenteil der Fall ist. Je grösser ein Team, desto weniger leisten die einzelnen Teammitglieder. Bekannt ist dieses Phänomen als Ringelmann-Effekt. Der französische Agraringenieur Maximilian Ringelmann wies mittels eines Seilzieh-Experiments nach, dass Menschen in einer Gruppe geringere Leistungen erbringen, als aufgrund der summierten Einzelleistungen zu erwarten wäre.

Diese abnehmende Leistungsbereitschaft mit zunehmender Gruppengrösse hat nichts mit böser Absicht oder Faulheit des Einzelnen zu tun, sondern vielmehr mit der Tatsache, dass die meisten Leute ungern auffallen. Wir verstecken uns einfach gerne in der Masse. Ich selbst beobachte dieses Phänomen jeweils erstaunt, wenn ich gerade Militärdienst absolviere. Da kann es durchaus mal vorkommen, dass am selben Nachmittag eine Gruppe mit vier Personen mehr erreicht, als ein ganzer Zug mit rund 30 Leuten. Denn je mehr Leute einen gemeinsamen Auftrag zu erfüllen haben, desto weniger möchte sich der Einzelne mit guten Ideen, Fragen oder mit überdurchschnittlichem Arbeitseifer in den Vordergrund stellen. Ausserdem können grosse Teams von ihren Mitgliedern als anonym empfunden werden. Dann haben sie nicht mehr das Gefühl, dass ihre individuelle Leistung aus dem grossen Ganzen herausgefiltert werden kann und sie strengen sich deswegen weniger an.

Nebst sinkender Effizienz spricht aber noch mehr gegen allzu grosse Teams in Betrieben. Ein wichtiger Punkt ist der, dass ab einer gewissen Teamgrösse die Kommunikation untereinander zu schwerfällig wird bzw. das Aufwand-/Ertrags-Verhältnis zum gemeinsamen Finden innovativer Lösungen nicht mehr stimmt. Ausserdem verlängern sich mit wachsender Teamgrösse die Entscheidungswege, was das Wachstum des Unternehmens bremsen kann. Und last but not least erlauben kleinere Teams einen unkonventionelleren, pragmatischeren Umgang untereinander. Probleme können offen angesprochen und Ideen sofort ausgetauscht werden. Zudem fühlt man sich vom Vorgesetzten besser betreut, weil weniger seiner Arbeitszeit für Koordination und Organisation des Teams draufgeht und ihm mehr Zeit bleiben für Feedback und Führung im fachlichen Bereich.

Bei business campaigning sind wir dezentral organisiert und arbeiten daher nur schon physisch bedingt oftmals in sehr kleinen Teams. In der Regel halten wir Meetings digital ab und treffen uns vor allem dann physisch, wenn dies die Arbeit bedingt. So zum Beispiel vergangenen Donnerstag (Aktion auf dem Bundesplatz in Bern). Natürlich kann es auch mal vorkommen, dass wir so durstig sind, dass ein Sixpack Bier nicht reicht. In speziell einberufenen Sondermeetings trifft sich dann die ganze Firma in einer Bar ihres Vertrauens, wo aktiv Lösungen für dieses Problem gefunden werden.

Roman Ernst

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