Kreative Zerstörung und die Angst vor der Maschine

Bild Blogbeitrag 20150810In einem Tages-Anzeiger Artikel vom 6. Juli (hier gehts zum Link) erörterte Markus Diem soziale und wirtschaftliche Umwälzungen durch die gegenwärtigen technologischen Entwicklungen. Unter Berufung auf Schumpeter’s Modell der schöpferischen Zerstörung beschrieb er ein Szenario, wo die atemberaubende Entwicklung der Computer-, IT- und Robotertechnologie zunehmend auch hochqualifizierte Berufe überflüssig macht.

Früher hätten solche technologischen Entwicklungen Freiheiten und Wohlstand geschaffen, die neue Bedürfnisse und gesteigerte Kaufkraft hervorbrachten. Daraus resultierten zahlreiche Berufe und Jobs, welche die alten bei weitem ersetzt haben. Die Problematik, so zeichnete Diem sein Szenario weiter, läge in der vorhandenen Wahrscheinlichkeit, dass es dieses Mal anders ist. Wenn die neuen Bedürfnisse ebenfalls von Computern und Robotern befriedigt werden können, dann werden wir in Zukunft viel weniger Arbeitsplätze haben und und etwas überspitzt formuliert wird sich folgende Frage aufdrängen: «Was machen wir hier eigentlich noch?»

Wir als Campaigner beobachten die technologischen Entwicklungen genau und stellen uns nebst der Suche nach effizienteren und weitreichenderen Kommunikations- und Organisationstools immer auch die Frage nach der eigenen beruflichen Daseinsberechtigung. Diese sehen wir bisher weitgehend bestätigt, da in unserem Job der zwischenmenschliche Kontakt für das Angebot wesentlich ist.

Campaigner wollen Menschen bewegen und Zielgruppen mobilisieren, für ein gemeinsames Ziel oder eine Vision zu kämpfen. Nebst kommunikativer Leistungen (deren Qualität sowohl vom Informationsgehalt als auch vom Mensch-zu-Mensch-Dialog abhängt) sind Interventionen ein massgebender Faktor erfolgreicher Kampagnen. Unter Interventionen werden Massnahmen verstanden, die auf konkrete und direkte Veränderungen im Real-Life abzielen. Das können Prozessveränderungen sein, oder Events, die Emotionen wecken und dadurch Verhaltens- und/oder Veränderungen im Denken initiieren.

Dabei scheint es mir wichtig hervorzuheben, dass das Bedürfnis, etwas zu bewegen, zu intervenieren, zu initiieren und zu kreieren eine zutiefst menschliche Eigenschaft ist. Solange uns dieser Wille nicht abhanden kommt, können wir den technologischen Entwicklungen mit Zuversicht begegnen und die Technik zu unserem Besten nutzen. In diesem Sinne: «Let’s move!», «Let’s create!» und «Happy campaigning!».

Beitrag von Roman Ernst

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