Zu Pferd mit Lanze gegen den Schweinehund

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Früher, als man vieles noch durfte und machte, das heute verboten ist, da hat man sich bei Ehrenstreitigkeiten zum Duell getroffen. Also zum freiwilligen Zweikampf mit potenziell tödlichen Waffen, der von den Kontrahenten vereinbart wird, um eben so eine Ehrenstreitigkeit zu lösen. Zuweilen sehne ich mir die Zeiten des Duells herbei, habe ich doch eine Ehrenstreitigkeit, die ich bis heute nicht zufriedenstellend lösen konnte. Es ist der innere Schweinehund, den ich gerne duellieren und ein für alle mal niederstrecken würde. Mit Schwert, oder Vorderlader oder ganz stylish, zu Pferd mit Lanze.

Als emotional arbeitende Person begegnet einem der Schweinehund immer mal wieder in Gestalt der Faulheit. Da meine ich nicht die offensichtliche Form der Faulheit, wie etwa einfach nicht genug tun, oder mühsame Arbeiten vermeiden, oder alles weg zu delegieren. Diese erkennt, verurteilt und verhindert man verhältnismässig leicht. Aber es gibt andere Formen der Faulheit, die um einiges gefährlicher sind.

Zum Beispiel gibt es die Faulheit der Bürokratie, die uns die Möglichkeit gibt, direkten Konfrontationen mit Leuten auszuweichen und in Regeln und Systeme zu flüchten.

Oder die Faulheit der Vorurteile, die uns erlaubt, Leute zu «schubladisieren», ohne die anstrengende Arbeit, richtig zuzuhören und sie als die Menschen zu erkennen, die sie tatsächlich sind.

Es gibt die Faulheit der Faustregeln und Pauschalisierungen, die meint, dass wir uns mit einem Problem gar nicht richtig auseinandersetzten und keine Verantwortung für unsere getroffenen Entscheidungen übernehmen müssen.

Vergessen wir im Zusammenhang mit dem Entscheiden auch nicht die Faulheit, sich stets von jemand anderem sagen zu lassen, was man tun soll.

Und dann gibt es auch einfach noch die Faulheit, sich nicht auf Unsicherheit einzulassen.

Sich diese Formen der Faulheit bewusst zu machen ist wichtig, um sie zu erkennen und gegen sie ankämpfen zu können. Die harte Arbeit, also das ritterliche Duell gegen den Schweinehund, bringt mit sich, dass wir uns auf Unsicherheit einlassen, uns mit der Angst ein Stelldichein geben, gut zuhören, Gedanken und Argumentationen zu Ende führen und Verantwortung übernehmen, bevor sie uns zugewiesen wird.

«En Garde» meine Lieben!

Zu Pferd mit Lanze gegen den Schweinehund

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