Wir sind ganz Ohr

Das Campaigning Center im Limmat Tower in Dietikon hat grosse Fenster, viel Licht, hohe Räume, glatte Oberflächen, oben, unten und seitlich. Repräsentativ und schön für’s Auge. Klar, dass man das auch zeigen will und die Geschäftspartner/-innen zu sich einlädt.

«Cool, sieht toll aus hier», bemerkt ein Besucher. «Was hast du eben gesagt?» «Sieht super aus!» «Entschuldige wie? Hab dich grad nicht verstanden.»

Ziemlich schnell gestehen wir uns ein, dass etwas nicht in Ordnung ist mit diesen Räumen. Zuerst ist es uns noch nicht so recht bewusst. Hört man aber einmal genau hin, offenbart sich der Schlamassel. Stimmen, Töne und Geräusche werden von den harten Wänden, Decken und Böden dermassen gnadenlos weitergereicht und zu einem Brei vermengt, dass es für die Ohren ein Gräuel ist.

Unserem Motto – erst zuhören, dann reden – können wir unter den akustischen Gegebenheiten nicht gerecht werden. Eigentlich möchte man nur, dass das Gegenüber, obwohl sympathisch, den Mund hält, damit sich Gehör und Nerven wieder entspannen können.

Wir verfluchen erst mal die Baumeister, die sträflich alles vermieden haben, um attraktives Aussehen mit einem guten Hörerlebnis zu verbinden und überlegen uns, was zu tun ist.

Schnell wird klar, dass man grossflächig eingreifen muss, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.  Da wir den Charakter der Räume nicht mit dicken Teppichen, Vorhänge und plüschigen Möbeln verändern wollen, suchen wir nach neutralen und bezahlbaren Materialien.

Fündig werden wir bei der Firma Akustik & Innovation. Wir lassen uns erklären, dass das für unsere Zwecke geeignete Material aus PET-Recycling gemacht wird. Das watteartige Material wird ursprünglich zur Dämmung in LKWs und PKWs verwendet. Der Inhaber von Akustik & Innovation bekam das Material in die Finger und entwickelte ein Verfahren, um es zu pressen und formstabil zu machen. Ohne dass die schallabsorbierenden Eigenschaften verloren gehen.

Eineinhalb Tage dauert es, die rund 30 m2 Standardplatten und Rondellen in den Zimmern fachmännisch verlegen zu lassen.

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Bereits nachdem die Deckenpaneele montiert sind, macht sich angenehme Erleichterung breit. Das tönt schon viel, viel angenehmer! Im grossen Raum haben wir uns für zwei Paneele in grauer Filzoptik entschieden. Die absorbieren nicht nur Schall, sondern sind zugleich unsere Pinnwände. Sehr praktisch, veranstalten wir doch auch Workshops.

Jetzt laden wir wieder gerne Gäste zu uns ins Center ein. Man versteht einander bestens, als wäre es eine Selbstverständlichkeit. Nur die Paneele verraten, dass es die gute Akustik nicht umsonst gibt.

Wir sind ganz Ohr

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